Operation PANGEA XVI: Internationale Aktion gegen gefälschte und illegal importierte Arzneimittel

Behörden kontrollierten weltweit Sendungen von Medikamenten aus kriminellen Online-Angeboten

Medienmitteilung

31.10.2023

Vom 3. bis 10. Oktober 2023 fand zum 16. Mal die von Interpol koordinierte Operation gegen den illegalen Onlinehandel mit Arzneimitteln statt. Auch dieses Mal war die Schweiz durch das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG), Swissmedic und Swiss Sport Integrity (SSI) vertreten. Im Fokus standen sowohl die bestellten Waren als auch Massnahmen gegen die Online-Anbieter.

Die jährlich durchgeführte Operation Pangea beabsichtigt die koordinierte Bekämpfung des illegalen Heilmittelhandels über das Internet. Insgesamt wurden weltweit von Behörden der 89 beteiligten Länder 1'300 Webseiten geschlossen. Es wurden illegale und gefälschte Arzneimittel im Wert von sieben Millionen US Dollar sichergestellt.

Swissmedic legte bei der diesjährigen Operation den Schwerpunkt auf die Bestellmöglichkeiten der Anbieter. Internetseiten und Social Media-Posts wurden gezielt nach illegalen Vertriebsquellen untersucht. Dabei fiel auf, dass illegale Händler legale Schweizer Internetseiten missbrauchen, die keinen Bezug zu Arzneimitteln haben. Dazu gehören zum Beispiel Seiten von Sportclubs, KMU oder von Spielgruppen. Sie hackten die unbeteiligten Webseiten und fügten eigene Seiten mit Vertriebsmöglichkeiten für gefälschten Arznei- und Dopingmittel ein. Damit wollen die Kriminellen den Anschein erwecken, dass es sich um einen offiziellen Schweizer Anbieter handelt. Während der Operation PANGEA informierte Swissmedic die Webmaster von 67 derart gehackten Seiten und forderte sie zur Korrektur auf. Swissmedic untersuchte auch Verkaufsplattformen, die ihren Sitz nicht in der Schweiz haben. Sie wurden ebenfalls kontaktiert und löschten mehr als 200 Angebote, die in der Schweiz illegal sind..

Bei den sozialen Medien ist die Kontrolle für die Behörden schwieriger. In Posts für Schlankheitstees, Erektionsförderer oder Dopingmittel sind teilweise Schweizer Handynummern als Kontakt angegeben. Käuferinnen und Käufer leisten den geschuldeten Betrag über gängige mobile Zahlplattformen. Eine Nachvollziehbarkeit über die Kriminellen im Hintergrund ist schwierig. Swissmedic lanciert im Rahmen dieser Operation Pangea eine Sensibilisierungskampagne mit dem Ziel, nicht auf solch dubiose Angebote einzugehen.

Kontrolle durch Mitarbeiter des Bundesamtes für Zoll und Grenzsicherheit

Bei der Poststelle Zürich-Mülligen wurden rund 900 Postsendungen kontrolliert. Davon enthielten 230 gefälschte und illegal importierte Arzneimittel. Auffallend häufig wurden Sendungen aus Indien und Osteuropa entdeckt, sie machen über die Hälfte der Herkunftsländer aus. Bei über 50 Prozent davon handelte es sich um Erektionsförderer, ein Viertel waren Psychopharmaka. Beschlagnahmte Betäubungsmittel zeigten die Behörden den Kantonen an, die entsprechende Strafverfahren eröffnen werden.

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Herkunftsländer der bei der Operation PANGEA XVI in der Schweiz beschlagnahmten Sendungen
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Inhalt der 230 beanstandeten Sendungen anlässlich der Operation PANGEA XVI in der Schweiz

  

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Im Internet werden gesundheitsgefährdende Präparate angeboten, zum Beispiel überdosierte Erektionsförderer oder «natürliche» Schlankheitstees, die nicht deklarierte verbotene Substanzen enthalten.

Sichere Verwendung von Arzneimitteln: Gut zu wissen

  • Auf Social Media Plattformen werden oft Lifestyle Produkte (z.B. Schlankheitsmittel und Erektionsförderer) zum Verkauf angeboten (s. Bild unten / z.Bsp. Erektionsförderer Tadalafil 80 mg). Swissmedic empfiehlt beim Besuch solcher Seiten stets aufmerksam und kritisch zu prüfen, auf welche Angebote man sich hier einlassen kann. Bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln, die über Social Media ohne Rezept verkauft werden, sollte man dringen davon Abstand nehmen.
  • Wer Verdacht über illegalen Handel hegt, ist gebeten, diesen Swissmedic zu melden.
  • Gefälschte Medikamente gefährden die Gesundheit von Patientinnen und Patienten vorsätzlich. Sie enthalten häufig gar keine, weniger oder eine zu hohe Dosis der angegebene Wirkstoffmenge. Auch nicht deklarierte Substanzen können sich in den Produkten befinden. Damit diese bei einfachen Tests nicht auffallen, sind teilweise zwar Wirkstoffe vorhanden, selten aber in der erforderlichen Menge.
  • Beziehen Sie Arzneimittel aus sicheren Quellen: Dazu gehören Apotheken, Drogerien, Arztpraxen oder Spitäler vor Ort oder geprüfte und zugelassene Versandhandelsapotheken. Nur Präparate aus kontrollierten Vertriebskanälen sind sicher, wirksam und von guter Qualität.

Adresse für Rückfragen

Swissmedic
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