Arzneimittel aus dem Internet

Aktuell - Warnungen


Risiken, gesetzliche Grundlagen, Tipps zu Arzneimitteln im Internet

Leitfaden Arzneimittel und Internet
(16.08.2011, 52 KB, PDF)

Einfuhr und Ausfuhr von Arzneimitteln durch Privatpersonen

Eine Privatperson darf (wie ein Tourist) für sich selber, aber nicht für Drittpersonen, Arzneimittel in der Grössenordnung eines Monatsbedarfs einführen. Wenn ein Arzneimittel aber als Betäubungsmittel eingestuft ist (siehe: Link), darf es nur durch kranke Reisende mitgeführt werden (siehe: Link).

Bezüglich Doping gelten spezielle Richtlinien. Vgl. auch Dopingmittel oder http://www.antidoping.ch/

Es kommt darauf an, ob die Produkte in der Schweiz als Nahrungsergänzungsmittel oder als Arzneimittel gelten. Im Anhang 13 der Verordnung des Eidgenössischen Departement des Innern (EDI) über Speziallebensmittel (auf dem Internet zu finden unter http://www.admin.ch/ch/d/sr/c817_022_104.html) ist angegeben, welche Substanzen in Nahrungsergänzungsmitteln erlaubt sind. Ist der Inhaltsstoff im erwähnten Anhang nicht enthalten, ist das betreffende Produkt als Arzneimittel einzustufen. Wenn die vom Hersteller empfohlene täglich einzunehmende Menge die gemäss Anhang 13 zugelassene Tagesdosis überschreitet, handelt es sich ebenfalls um ein Arzneimittel. Zu beachten ist, dass für Vitamin D 150%, für Vitamin A 200% und für alle andern Vitamine 300% der aufgelisteten Tagesdosen erlaubt sind. Bei den Mineralstoffen, den Spurenelementen und den andern Nährstoffen gelten die im Anhang 13 aufgeführten Tagesdosen ohne Zuschlag. Ein Nahrungsergänzungsmittel gilt auch dann als Arzneimittel, wenn es zur Heilung eines Leidens angepriesen wird, z.B. gegen Gelenkschmerzen, zur Senkung des Blutzuckers oder zum Abnehmen. Wenn ein Produkt als Arzneimittel eingestuft wird, darf ein Monatsbedarf importiert werden.

Zuerst ist es wichtig zu wissen, ob es sich bei den betreffenden Produkten gemäss Schweizer Gesetzgebung tatsächlich um Nahrungsergänzungsmittel handelt, oder nicht doch um Arzneimittel. Zur nicht ganz einfachen Abgrenzung zwischen diesen beiden Produktekategorien siehe vorangehende Frage betreffend Importe von Vitaminpräparaten aus den USA. Swissmedic kann Ihnen Auskunft zu Arzneimitteln geben. Für Nahrungsergänzungsmittel sind die kantonalen Laboratorien (siehe http://www.kantonschemiker.ch/) zuständig. Damit die Behörde Ihre Anfrage bearbeiten kann, sollten Sie ihr die genaue Zusammensetzung der Produkte angeben und deren Verwendungszweck.

Arzneimittel können auch Dopingmittel sein. Dies trifft zu, wenn in diesem Arzneimittel enthaltene Substanzen in der Sportförderungsverordnung aufgelistet sind. Für den Import von Dopingmitteln gelten andere Regeln als beim Import von Arzneimitteln, es gilt in der Regel die Nulltoleranz. Weitere Informationen zu Dopingmitteln finden Sie auf der Website von Antidoping Schweiz http://www.antidoping.ch/.

Es darf total höchstens 3000 mg Sildenafil ODER 200 mg Tadalafil ODER 600mg Vardenafil für den Eigengebrauch importiert werden. Dies entspricht dem maximal zulässigen Monatsbedarf.
Die Wirkstoffe Sildenafil, Tadalafil und Vardenafil gehören derselben Wirkstoffklasse an (PDE5-Hemmer) und dürfen nicht kombiniert werden.

Swissmedic warnt jedoch vor der Bestellung von jeglichen Arzneimitteln aus dem Internet, da sie die Gesundheit gefährden können.

Es besteht ein gesundheitliches und ein finanzielles Risiko. Mangelnde Qualität und Wirksamkeit solcher Arzneimittel sind häufig. Es werden immer wieder Medikamente gefunden, die über- oder unterdosiert sind, ohne geeignete Kühlung transportiert werden, oder andere Wirkstoffe als die deklarierten enthalten. Die Konsumenten werden selten über die Risiken der Arzneimittel informiert. Es kommt auch häufig vor, dass Arzneimittel als rein pflanzlich angepriesen werden, obwohl sie chemische, rezeptpflichtige Substanzen enthalten. Zum Teil werden auch deutlich höhere Preise als in der Schweiz verlangt. Wenn Sie mehr als einen kleinen Eigenbedarf aus dem Ausland zu importieren versuchen und der Zoll Ihre Sendung anhält, müssen Sie damit rechnen, dass Ihre Waren vernichtet werden und Sie mehrere Hundert Franken an Verwaltungsgebühren zu bezahlen haben. Bei wiederholten Importen oder bei Verdacht auf Handel kann Swissmedic auch ein Strafverfahren gegen den Importeur einleiten.

Eine Privatperson darf für das eigene Heimtier Arzneimittel in der Grössenordnung eines Monatsbedarfs einführen. Der Import von Arzneimitteln für Nutztiere ist verboten. Als Nutztiere gelten Tiere, die zur Gewinnung von Lebensmitteln dienen können. Dazu gehören auch Pferde, ausser sie seien im Pferdepass ausdrücklich als Heimtiere ausgewiesen.

Swissmedic ist nur für Arzneimittel zuständig. Was Nahrungsergänzungsmittel angeht, kann Ihnen das kantonale Labor (siehe http://www.kantonschemiker.ch/) Auskunft geben. Damit die Behörde Ihre Anfrage bearbeiten kann, sollten Sie ihr die genaue Zusammensetzung der Produkte angeben und deren Verwendungszweck.

Swissmedic kann nicht Auskunft geben, weil die in andern Ländern geltenden Gesetze massgebend sind. Für Importe in fremde Länder können die betreffenden Botschaften Auskunft geben.

Es gibt zwei solche Formulare, eines auf der Grundlage des Schengen-Abkommens (Link) und ein von der UNO herausgegebenes (Link). Die Formulare gelten aber nur für betäubungsmittelhaltige Arzneimittel (z.B. Schlafmittel, Beruhigungsmittel oder Mittel gegen schwere Schmerzen). Aus Sicherheitsgründen sollte für Reisen ausserhalb des Schengen-Raums die jeweilige Botschaft angefragt werden, ob der Import in das betreffende Land erlaubt ist.

Nein. Für den Export von Arzneimitteln braucht es eine Betriebsbewilligung der Swissmedic, die Pharmafirmen erteilt wird. Dabei ist nicht massgebend, ob die Arzneimittel vom Empfänger bezahlt werden müssen oder nicht.

Der Zoll hat Ihre Sendung angehalten, weil er nicht sicher ist, ob der Import legal ist. Er hat Swissmedic eine sogenannte Meldung über eine verdächtige Sendung geschickt. Sie haben eine Kopie davon erhalten, um Sie zu informieren, dass Ihre Sendung blockiert wurde. Swissmedic muss den Fall bearbeiten. Wenn alles in Ordnung ist, wird Ihre Sendung zum Import freigegeben. Wenn dies nach der Beurteilung der Behörden nicht möglich ist, erhalten Sie von Swissmedic einen Brief, in dem Ihnen die Sachlage erklärt wird. Zu diesem sogenannten Vorbescheid können Sie dann Stellung nehmen. Anschliessend erhalten Sie eine formelle Verfügung mit Rechtsbelehrung, aus der hervorgeht, was mit der blockierten Ware geschieht. Wenn Sie mit der Verfügung nicht einverstanden sind, haben Sie die Möglichkeit, den Fall vom Bundesverwaltungsgericht beurteilen zu lassen.

Wenn die zurückgehaltenen Arzneimittel die Gesundheit gefährden, oder wenn sie aus einer illegalen Quelle stammen, werden sie vernichtet. Sonst können sie an den Absender zurück geschickt werden. In jedem Fall müssen Sie den Aufwand der Behörde bezahlen. Sie müssen im Minimum mit Kosten von Fr. 300.- für die Bearbeitung des Falls rechnen. Wenn Sie mehrmals illegal Arzneimittel in die Schweiz importiert haben, oder wenn der Verdacht besteht, dass Sie damit Handel treiben, kann Swissmedic auch ein Strafverfahren einleiten.

Wenn der Server einer Website in der Schweiz steht, wenn sich die für die Website verantwortliche Person in der Schweiz befindet, oder wenn der Versandhandel auf Schweizer Territorium stattfindet, können die Schweizer Behörden einschreiten. Ausländische Anbieter unterstehen aber nicht schweizerischem Recht, und Schweizer Behörden können nicht direkt intervenieren. Swissmedic setzt deshalb in erster Linie auf die Information und Sensibilisierung der Bevölkerung. Die Botschaft ist einfach: Wer seine Arzneimittel aus einer unkontrollierten Quelle (z.B. Internet) bezieht, riskiert seine Gesundheit. Swissmedic warnt daher immer wieder vor dem Bezug von Medikamenten aus dem Internet.

Sie können das Kontaktformular unter http://www.swissmedic.ch/org/kontakt/auskunft/index.html?lang=de verwenden und unter dem Thema "Zollangelegenheiten" Ihre Frage stellen.