Illegale Heilmittel: Ermittler der europäischen Heilmittelbehörden tagen in der Schweiz

Bern, 8. September 2017

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist zentral, um die Herstellung und den Handel illegaler Heilmittel effizient zu bekämpfen. Rund 80 Experten von Behörden aus 26 Ländern nahmen in Montreux am Treffen der Working Group of Enforcement Officers (WGEO) teil. Das zweitägige Meeting wurde vom Schweizerischen Heilmittelinstitut Swissmedic organisiert.


Ziel der Veranstaltung war vor allem der Austausch von Informationen und Praxiserfahrung im Kampf gegen illegale Heilmittel zwischen Vertretern von Heilmittelbehörden und weiteren Behörden. Ein wichtiger Aspekt war der Handel von illegalen Arzneimitteln im Internet und die Frage, mit welchen Mitteln und Instrumenten die Behörden gegen illegale Webseiten und Vertriebskanäle vorgehen können. Ein weiterer Schwerpunkt war der besorgniserregende Trend von Fälschungen im legalen Markt einiger EU Länder. Erstmals nahm auch eine Referentin aus dem Bereich der Sozialen Medien am Treffen teil. Gemeinsam wurden Wege diskutiert und aufgezeigt, wie der illegale Handel über soziale Plattformen in Zukunft bekämpft werden kann. Ergänzend informierte ein Vertreter der WHO über die weltweit initiierten und koordinierten Aktivitäten zur Bekämpfung des Handels mit illegalen Heilmitteln.

Die WGEO ist eine Arbeitsgruppe der europäischen Heilmittelbehörden (der Heads of Medicines Agencies, HMA). Sie tagt seit 2004 zweimal jährlich jeweils in dem Land, das die EU-Präsidentschaft innehat. Mitarbeitende von Swissmedic sind seit Beginn in dieser Arbeitsgruppe aktiv und in die Zusammenarbeit eingebunden. Die Schweiz vertritt Estland als Gastland und war mit Experten von Swissmedic, der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) und vom Bundesamt für Polizei (fedpol) dabei. Auftrag der WGEO ist es, die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch zwischen den europäischen Behörden im Kampf gegen Heilmittelkriminalität zu stärken.